Was bedeutet „Local for local“?
Der Begriff beschreibt eine Strategie, bei der Produktion und Dienstleistungen möglichst nah am jeweiligen Markt organisiert werden. Ziel ist es, Abhängigkeiten zu reduzieren und schneller auf regionale Anforderungen reagieren zu können.
Besonders deutlich wird diese Entwicklung aktuell in der Industrie. So verfolgt etwa Volkswagen-Chef Oliver Blume eine konsequente „Local-for-Local“-Strategie, um den Konzern widerstandsfähiger gegenüber geopolitischen Spannungen und schwankenden Märkten zu machen.
Die Grundidee dahinter: Wer für einen Markt arbeitet, sollte diesen Markt auch verstehen.
Dieser Gedanke lässt sich nicht nur auf Produktionsketten übertragen – sondern auch auf Dienstleistungen wie den Kundenservice am Telefon.
Warum wird „Local for local“ wieder wichtiger?
Über viele Jahre dominierte die Globalisierung. Dienstleistungen wurden häufig in Länder ausgelagert, in denen sie günstiger angeboten werden konnten. Besonders auch im Callcenter-Bereich setzte man stark auf Offshoring oder Nearshoring.
Doch dieses Modell stößt zunehmend an Grenzen.
Typische Probleme sind:
- kulturelle Missverständnisse
- fehlendes Verständnis für deutsche Verwaltungsstrukturen
- sprachliche Barrieren
- geringere Identifikation mit den Anliegen der Anrufenden
Besonders in sensiblen Bereichen wie Gesundheitswesen, Versicherungen oder Behördenkommunikation können solche Unterschiede schnell zu Problemen führen.
Der „Local for local“-Gedanke stellt deshalb wieder die Frage: Ist ein günstiger Preis wirklich wichtiger als funktionierende Kommunikation?