Anmerkung zum Fachkongress in Coburg vom 25.09.2008
„Familienfreundlichkeit“
Petra Gerster hat in „politisch korrekter Manier“ unwidersprochen die Behauptung in Frageform
an das Podium gestellt:
„Warum sind die Betriebe in Deutschland so familienfeindlich?“
Ich wage zu behaupten, dass es keinen wirklich familienfeindlichen Unternehmer in Deutschland gibt.
Was sie aber alle sind: technikfreundlich oder anders ausgedrückt
„maschinenfreundlich“.
Die Unternehmen befassen sich schlicht mit dem Thema Familie nur nachrangig, da der komplette Hintergrund mit Abschreibungsmöglichkeiten, Kündigungsschutz, Sozialgedöns (ist nicht von mir - Copyright Gerd Schröder von der SPD) und - man kann es kaum glauben – natürlichen Gegebenheiten (die Frauen bekommen die Kinder) die Unternehmer zu „Maschinenfreunden“ werden lässt.
Die Unternehmen/r machen schlichtweg das, was Ihnen das Leben erleichtert.
Maschinen machen keinen Urlaub und werden nicht krank, sondern nutzen sich mehr oder weniger kalkulierbar ab, haben keine Personalvertretung und wenn sie nicht mehr funktionieren oder ihren Sinn verloren haben, werden sie vernünftigerweise ausgemustert oder ins Museum gesteckt. Familienfeindlich (>Arbeit vernichtend ohne wirklichen Ertrag) wird es erst dann, wenn die Maschinen auf Teufel komm raus weiter eingesetzt werden, nur um die vergangenen Fehlkalkulationen und –planungen zu decken – und die gibt es reichlich:
Auswahl gefällig?:
Atomkraftwerke (Sag` mir, wer sich um die Entsorgung kümmert)
Belegleser (sind ein Rechenexempel bei den großen Stückzahlen, die das Internet „aufgefressen“ hat)
……
Fertigungsroboter (damit kannst du keine preiswerten Autos bauen)
……
Kassenautomaten
(Ausnahme: führen zu Arbeitsplätzen, aber bei der Konkurrenz. Die Internet- und Direktbanken wären schlichtweg nicht denkbar ohne die tausenden „kostensparenden“ Kassenautomaten der braven Sparkassen und Raiffeisenbanken. Außerdem führen sie zu begrüßenswerten Arbeitsplätzen in der Werbebranche wegen der vielen wechselbereiten Kunden. Wir rufen Ihre Kunden gerne und kompetent an!)
……
Zahlungssysteme – elektronisch (noch nie habe ich in meiner Tankstelle so lange zum Zahlen gebraucht wie heute)
Mein Fazit:
Die Rahmenbedingungen, unter denen die Unternehmen zu arbeiten haben, werden von Gesellschaft und Politik fixiert. Das heißt nichts anderes als:
- Wer Kündigungen unter allen Umständen zu verhindern sucht, der erntet Maschinen.
- Wer Frauen mehr behütet als notwendig, wird Männerarbeit fördern.
Das schlimme ist nur, die Frauen wählen Ihre „Wohltäter“ ohne zu merken, dass die Geschichte sich seit Jahren mehr oder minder in die falsche Richtung bewegt - bestenfalls stagniert. Sie haben insgesamt die schlechter bezahlten Jobs. Aber das wollen sie (die Politiker) ja jetzt mit dem Mindestlohn in den Griff bekommen. Übrigens sitzen die „Wohltäter“ in allen Parteien. Ziehen Sie Ihre Schlüsse daraus und wählen Sie den Wohltäter Ihres „Vertrauens“.
Helmut Schiffner
7. Dezember 2008 |